Panther erlegen Füchse

Es ist Freitagnachmittag. Der Ort ist verlassen, zahlreiche Restaurants verschlossen. Hier und da sieht man einen Kleinwagen mit Augsburger Kennzeichen über die Kreuzung fahren. Zwei semi-muskulöse Männer transportieren Bühnen-Teile in die Eishalle. Sie sollen die Zuschauerkapazität erhöhen, damit die Masse an interessierten Fans bewältigt werden kann. Hier - in Neumarkt - in diesem verlassenen Ort. 

Die HC Bozen Foxes verlieren 0:3 gegen die Augsburger Panther beim Dolomiten Cup, Fan-Block, Fans, Ultras.
Der Fan-Blog der HC Bozen Foxes war gut gefüllt - Foto: Sarah Weinberg.

Vier Stunden später sichert die italienische Polizei die Eingänge ab. Die Polizisten haben Schutzschilder dabei. In den Krieg ziehen war allerdings nicht angesagt. Immerhin sind wir hier nicht beim Ballsport. Die meisten Eishockey-Fans sollen sich (so sagt man) noch benehmen. Schon beim Warm-up zeigte sich schnell, wer hier sein Heimspiel austrägt. Steffen Tölzer und seine Teamkollegen waren begeistert. Nicht umsonst betonten sie mehrmals beim Interview, dass der AEV die besten Fans habe. Der Fan-Block der Foxes hingegen machte einen eher unsympathischen Eindruck. Vorgefallen ist allerdings nichts. Stimmung machten beide Seiten im Spiel und nach dem Spiel fair und miteinander. Das Militär langweilte sich. Der Veranstalter kann nichts dafür, dass die Polizei mit solch einem beeindruckenden Aufgebot anrückte. Gefallen hat das weder Fans, noch den Organisatoren. Umso besser ist es, dass (abgesehen von zwei gezündeten Lichtern im Augsburger Blog) nichts passiert. Vielleicht belehrt das die italienischen Carabinieri. 

Der Start gelang den Panthern. Die meiste Zeit im ersten Drittel verbrachten die Teams in der defensiven Zone der Bozen Foxes. Immer wieder stoppten die Augsburger Verteidiger die Pucks an der blauen Linie. Bozen stand gleich zu Beginn unter Beschuss, verteidigte aber hervorragend. Sehr selten kam der Puck brandgefährlich vor Bruce Leland Irving, der völlig verdient zum besten Spieler des Spiels geehrt wurde. 

Die Panther können gut jubeln: 1:0 durch Braden Lambs Blue-Liner. - Foto: Sarah Weinberg.
Die Panther können gut jubeln: 1:0 durch Braden Lambs Blue-Liner. - Foto: Sarah Weinberg.

Im ersten PowerPlay machten die Panther keinen schlechten Eindruck. Beim zweiten Versuch gelang dann das Tor. Braden Lamb zog (klassisch und ungeniert) von der blauen Linie ab und versenkte den Puck hinter Irvings Rücken. Augsburg führte zu recht mit 1:0. Bozen versuchte zu reagieren, scheiterte aber in den meisten Fällen schon, bevor ein Stürmer unmittelbar vor den Torhüter der Panther kam. 

Im zweiten Drittel kamen die Füchse erkennbar besser aus der Kabine. Augsburg bekam zunehmend Probleme. Immer mehre Fehlpässe entstanden. Bozen schien allerdings kein Fan der Chancenverwertung zu sein. Der Kanadier Adam Payerl sah das ganz anders, blieb eiskalt und erhöhte die Augsburger Führung auf 2:0.

 

Zu dem Zeitpunkt war kein Unterschied zwischen der Würth-Arena und dem Curt-Frenzel Stadion mehr zu erkennen. Die linke Seite der Tribüne war ausnahmslos in Feierlaune, während die rechte Partie eher zurückhaltender wurde. Das eigene Team aufgeben war dennoch keine Option. 

Im dritten Drittel nahmen die Aggresionen überhand. Leider waren die Schiedsrichter stellenweise ein bisschen zu empfindlich. Alle Entscheidungen waren korrekt. Es hätten allerdings nicht alle Strafen so gegeben werden müssen. Das schadete zunehmend dem Verlauf des Spiels. Sogar eine kleinere Schlägerei blieb nicht aus, die relativ schnell von Tölzer unterbrochen wurde. Andrew Leblanc stellte zwischenzeitlich auf 3:0. 

 

Viel mehr kam von Bozen nicht. Zwar versuchten es die Spieler von Kai Petri Suikkanen zwei Minuten vor Schluss mit dem sechsten Mann, scheiterten aber an eigenen Ungenauigkeiten. So versuchten es die Sturmreihen immer über den Slot. Dabei zeigte sich Augsburg dort besonders souverän. In den meisten Fällen kam ein Schläger dazwischen und die Kombination war unterbrochen. 

Beide Teams zeigten sich motiviert und stets bemüht, den anwesenden Zuschauern (die beidseitig eine tolle Show ablieferten) ein attraktives Spiel zu bieten. Das ist ganz klar gelungen. Augsburg wird am Sonntagabend die Chance haben, zum vierten Mal in Folge den Dolomitencup für sich zu entscheiden. Die Teilnahme im Finale ist vollkommen verdient. Von Beginn an waren die Panther schneller, bissiger und unterm Strich einfach besser. Der Augsburger Torhüter Markus Keller sagte, dass er keinen Wunschgegner für das Finale hat. Über ein deutsches Duell würde sich aber sicher niemand ärgern. 

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